COR-TEN Stahl - Kassetten ohne Platten

Geschichte und Verwendung

In Deutschland kam der Wetterfeste Stahl ab etwa 1970 vor allem im Hochbau bei Fassaden, Beim Kranbau, Mastbau, Behälterbau u.v.m. zum Einsatz.

 

Für Bauingenieure ist der Cortenstahl ein wirtschaftlicher Baustoff, für Architekten und Künstler steht seine ästhetische Qualität im Vordergrund. Der hohe Widerstand gegen atmosphärische Korrosion des ungeschützten Stahls ist einer der wesentliche Vorteile gegenüber normalem Baustahl.

 

Chemische Zusammensetzung – Ökonomie – Ökologie

Im Wesentlichen erreichen zwei Sorten von Stählen ihre Wetterfestigkeit durch geringere Zugabe von den maßgebenden Legierungselementen Kupfer und Chrom (Klasse W – Cortenstahl B). Mit einer Steigerung des phosphoranteils (≥ 0,06% - Klasse WP – Cortenstahl A) wird die Wetterfestigkeit erhöht. Im Vergleich zur Klasse W sind bei Klasse WP besondere Vorsichtsmaßnahmen beim Schweißen zu treffen. 

 

Der wetterfeste Stahl ist zu 100% recyclingfähig – eine Stofftrennung ist dabei nicht erforderlich.

 

Prozess Sperrschichtbildung

Durch die Elemente Chrom, Kupfer und Phosphor bildet sich unter Einwirkung von SO2 (Schwefeldioxid) schwerlösliche Sulfate, Hydroxid und Phosphate. Diese erzeugen auf dem Metall über einen Zeitraum von 1,5 bis 3 Jahre eine Kompakte, und relativ fest haftende amorphe Rostschicht. Ein Trocken- Feucht-Trocken Zyklus ist dabei von elementarer Bedeutung.

 

Bis zur Bildung der Speerschicht innerhalb der ersten 1,5 bis 3 Jahren – 400g/m² = Dickenverlust von 0,05 mm.

 

Dauerfeuchtigkeit ist zu vermeiden, da dies die Bildung einer Speerschicht verhindert.

 

Korrosives Ambiente

Wenn eine Konstruktion näher als 500 m am Meer liegt, führt der Chlorid-Gehalt zu Schäden. Windeinfluss oder langer Dauernebel im Einflussbereich des Meers erfordert noch größere Abstände. Streusalz oder Salznebel sowie eine Kontamination von SO2 mit mehr als 50µg/m³ Luft, direkter und hochkonzentrierter chemischer oder industrieller Rauch können die Speerschichtbildung ebenfalls negativ beeinflussen.

 

Bedingungen – benetzte und nicht benetzte Flächen

Die weitverbreitete Meinung wetterfeste Stähle müssen direkt einer Benetzung durch Regen ausgesetzt sein, damit sich die schützende Speerschicht bildet, ist nicht richtig.

 

Zu unterscheiden sind benetzte Flächen die direkt mit der Außenluft und mit Wasser (Regen) in Berührung kommen und indirekt benetzte Flächen, die nur mit der Atmosphäre und durch Feuchtekondensation in Berührung kommen oder aber einer Luftfeuchtigkeit von mind. 60% ausgesetzt sind.

 

Bei direkter Benetzung entsteht eine mittel- bis dunkelbraune Oberfläche mit einem eher narbigen Korrosionsabtrag – die indirekte Benetzung ist meist etwa heller und in der Farbe sehr gleichmäßig und mit einer narbenfreien Oberflächenstruktur.

 

Beschichtung – Prepatination

Dort wo es erforderlich ist – d.h. eine Umgebung, die eine Bildung einer Speerschicht stört bzw. hemmt – kann eine Beschichtung des blanken Stahls hilfreich sein. Die Unterrotneigung (Stahlfeuchte zw. Stahl und Farbschicht) unter gleichen Bedingungen, ist bei Wetterfestem Stahl sogar geringer als bei üblichen Baustählen und damit standfester.

 

Bereits „(vor)-patinierte“ Oberflächen im Außenbereich können mit einer transparenten Beschichtung unter Einschränkungen versehen werden um z. B. den Anfall von Rostpartikeln einzudämmen oder das Passanten sich bei Kontakt mit Rost beschmutzen. Es steht auf Wunsch eine spezielle rostbindende und UV-beständige Beschichtung zur Verfügung. Im Innenbereich sind die Umgebungsbedingungen besser und die Schicht erreicht eine höhere Standzeit – sofern nicht regelmäßig die Überfläche mechanisch strapaziert wird.

 

Konstruktion

Abgehendes Wasser ist bis zur Speerschichtbildung stark mit Rostpartikeln kontaminiert – zur Vermeidung von Rostflecken ist ratsam, je nach Standort und Konstruktionsart, am Fußpunkt entsprechende Maßnahmen z. B. in Form eines Kiesbettes zu treffen. Je nach Winddruck oder Sogwirkung kann es erforderlich sein die Konstruktion auf Abstand zu bringen. Lösungen für unterschiedliche Wasserführungen sind unser Know-How.


CORTEN-SAFE eine werkseitige Patina, die auf Wunsch mit einer speziellen, UV-festen, glasklaren und partikelbindenden Versiegelung versehen wird. Auch Kunst- u. Möbelentwürfe mit partieller Patinierung sind damit möglich.

 

max. Abmessungen:

Die maximalen Kassenabmessung und deren Materialstärke errechnen sich in Abhängigkeit der Statik und Verlege-Richtung.

 

Corten A

02 mm: 2500 x 1250 I 3000 x 1500

03 mm: 2000 x 1000 I 2500 x 1250 I 6000 x 1500

04 mm: - dto. wie 03 mm - jedoch zusätzlich *6000 x 2000

05 I 06 mm: - dto. wie 04 mm [Bis 12,5 mm Dicke lieferbar]

 

Corten B

03 mm: 2000 x 1000 I 2500 x 1250 I 3000 x 1500 I *6000 x 1500

04 mm: - dto. wie 03 mm - jedoch zusätzlich 6000 x 2000

05 I 06 mm: - dto. wie 04 mm [Bis 50 mm Dicke lieferbar]



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